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Kategorie: CD-ROM

Encyclopaedia Britannica Ultimate Reference Suite

 

Was in Deutschland der Brockhaus, ist im Rest der Welt die "Encyclopaedia Britannica". Das altehrwürdige Nachschlagewerk im edlen Ledereinband füllt von Kalkutta bis Seattle manches Bücherregal und auch manche Bildungslücke. Die großen Denker schrieben für sie: Einstein, Chesterton, Huxley, Wright. Die "Britannica" war der Stolz des kolonialen Großbritanniens, die Wissensbasis des Mannes von Welt. Dass sie seit 1920 in Chicago beheimatet ist, stört da kaum. Der Name ist schließlich Programm.
Das mehrbändige Werk gibt es nun auch in Deutschland auf DVD-ROM. Soweit keine große Überraschung. Ähnlich wie bei Encarta oder Brockhaus kann der Kunde aus drei verschiedenen Versionen in drei Preisklassen wählen: "Studien Ausgabe", "Deluxe Edition" und "Ultimate Reference Suite". Letztere soll hier vorgestellt werden. Doch bevor man sich der schwierigen Entscheidung stellt, mag ein kleines Detail wichtig sein. Denn die "Britannica" ist selbstverständlich in Englisch.
Warum also sollte sich ein deutscher PC-User bei den zahlreichen Alternativen ausgerechnet ein fremdsprachiges Nachschlagewerk zulegen? Für die meisten Anwender gibt es in der Tat keinen guten Grund. Schüler, Studenten, Lehrer und Wissenschaftler aber, die professionell mit Texten arbeiten und denen eine kurze Definition nicht ausreicht, sollten sich die Anschaffung des Welt-Standards überlegen.
Anders als bei der vergleichbaren Brockhaus-CD-ROM (die dem Inhalt der 15-bändigen Ausgabe entspricht), kommt es bei der "Britannica" selten vor, dass sie ein Stichwort nicht kennt. So kennt der "Brockhaus multimedial" zwar nicht den Stadtteil "Chelsea" der Metropole New York - "Britannica" aber kennt den Berliner Stadtteil Zehlendorf. Besonders pikant: Die Brockhaus-Software hat zwar keinen Eintrag über die "Encylopaedia Britannica", die "Britannica" dafür einen über die "Brockhaus Enzyklopädie". Doch auch die Britannica ist nicht ganz ohne Fehler. So heißt der Eintrag über den deutschen Theologen "Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher" fälschlicherweise "Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher" - kein Kapitalverbrechen, aber in einer wissenschaftlichen Arbeit durchaus peinlich.
Die DVD-ROM übt sich ganz in britischem Understatement. Keine Animationen, Hintergrundmusiken oder Klickgeräusche stören die Recherche. Das Layout lehnt sich stark an die Tabulator-Technik gängiger Internetbrowser an. Die Recherche bringt schnelle Ergebnisse, auf Wunsch wird das Stichwort (ähnlich dem Wissensnetzwerk bei der Brockhaus-DVD-ROM) über den "BrainStormer" mit verwandten Begriffen verknüpft. Die "Britannica" verfügt über Bilder, Sounds und Filmchen, ein Wörterbuch, einen sehr schlichten Atlas sowie über die üblichen Zeitleisten, deren Nutzen fraglich ist. Die mehr als 100.000 Artikel und 22.000 Fotos können per Internet auf den neuesten Stand gebracht werden.
Fazit: Nicht jeder braucht diese DVD-ROM. Wer jedoch aus der Nachschlage-Legende zitieren will, muss die Sprachbarriere in Kauf nehmen.

Hans Strömsdörfer

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