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Kategorie: CD

Equal goes it loose

 

"Übrigens möchten wir ausdrücklich betonen, dass unsere Verteidigung und Würdigung des Bundespräsidenten mit keinem Pfennig vom Bundespräsidialamt unterstützt wird. Wir haben es vielmehr als Ehrenpflicht angesehen, das Bild Heinrich Lübkes auf eigene Kosten zu reinigen."
Diese Rezension erzählt von zwei Relikten, die vielen nicht mehr bekannt sind: Heinrich Lübke und PARDON. Um eines vorweg klarzustellen: Ersterer war Bundespräsident von 1959 bis 1969, letzteres ein großes Satiremagazin (www.pardon-magazin.de). Welch fruchtbare Zusammenarbeit aus diesen beiden erwachsen konnte, davon kündet nun die Neuauflage einer Schallplatte von 1965: "Equal goes it loose - Heinrich Lübke redet für Deutschland" aus dem Kunstmann-Verlag.
Heinrich Lübke war bekannt für seine Volksnähe. Der gebürtige Sauerländer (Enkhausen aus dem Hochsauerland!) und CDU-Politiker verstand die Kunst des klaren Wortes. Was böse Zungen oft als "Blamage für Deutschland" bezeichneten, war in Wirklichkeit der erste echte "Volksvertreter" der Bundesrepublik. Klar, einfach, verständlich - das war Lübkes Devise!
Der zwingenden Logik von Zitaten wie "Die Finnländer könnten eigentlich Westfalen sein" oder "Jeder von uns hat eine Mutter" kann sich auch im 21. Jahrhundert niemand entziehen.
"Equal goes it loose" bricht eine Lanze für den Bundespräsidenten. Mit viel patriotischem Gesang ("Der Chor der Pardon-Redakteure und -Sekretärinnen") und Wortbeispielen demontiert das PARDON-Team unter Regie von Wolfgang Ecke ("Perry Clifton", "Club der Detektive", "Balduin Pfiff") die Anschuldigungen an das Staatsoberhaupt.
Die CD begleitet Lübke auf seine schwierigen Missionen in die ganze Welt - ebenso wie in die Abgründe deutsch-deutscher Realität: "Wenn ich dieses Jahr hier zum 17. Juni in, äh (Zuruf: Helmstedt!) Helmstedt spreche ... Sie sehen daran, dass es nötig war, wenn ich hier dieses Jahr in Helmstedt spreche".
Lübke, dessen Ruhm auch heute noch nachwirkt (www.heinrichluebke.de), wurde mit dieser Platte/CD ein Denkmal gesetzt, soviel steht fest. Doch wie sagte er selbst, nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten? "Ich bin für das Amt eigentlich wenig geeignet. Es hätte bestimmt bessere Kandidaten als mich gegeben."
Und der Fairness halber sei hier auch noch die Adresse des Verlages genannt: www.kunstmann.de

Hans Strömsdörfer

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